GEGENDRUCK
GEGENDRUCKnach GEORG BÜCHNER
Der junge mittellose Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz (bekannt durch seine Stücke "Der Hofmeister", "Die Soldaten") hat in einem Dorf im Elsass Zuflucht gefunden. Doch schon gerät er in Stimmungen, die ihn selbst und seine Mitmenschen verstören.
Büchner schildert in einer dichten schnörkellosen Sprache nicht nur die Depressionen und Rauschzustände der Hauptfigur. Angeklagt wird in Lenz auch eine in Konventionen erstarrte Gesellschaft, die für unangepasste Außenseiter keinen Platz hat. "Die Welt, die er hatte nutzen wollen, hatte einen ungeheuren Riß." (Büchner, Lenz)
Als Mitwirkende der szenisch-musikalischen Performance stehen die Musikerin Gunda Gottschalk und der Schauspieler Nils Beckmann auf der Bühne.
Gunda Gottschalk wurde als Partnerin des Wuppertaler Bassisten Peter Kowald bekannt. Sie spielt improvisierte und zeitgenössische Musik und bringt ihre Klangarbeit in Verbindung mit Tanz, Theater, Film, Komposition, Bildender Kunst und Literatur. Solotourneen führten die Musikerin bereits quer durch die USA. Zudem ist sie international auf Festivals für zeitgenössische und improvisierte Musik vertreten. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen.
Nils Beckmann stand zuletzt bei verschiedenen renommierten Jugendtheatern in Herne, Krefeld und Köln auf der Bühne.
3. Oktober 2009
in der Altstadtschmiede Recklinghausen
Darsteller: Nils Beckmann, Gunda Gottschalk
Regie: Johannes Thorbecke
Gastspiele: Flottmannhallen Herne, Bahnhof Langendreer Bochum
war ein deutscher Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Revolutionär. Geboren am 17. Oktober 1813 in Goddelau, Großherzogtum Hessen und gestorben am 19. Februar 1837 in Zürich.
Obwohl ihm in seinem gymnasialen Abschlusszeugnis sehr gute Leistungen in Latein und Griechisch bescheinigt wurden, interessierte sich Georg Büchner nicht sonderlich für diese alten Sprachen. Er schätzte dafür aber umso mehr die damals in den Schulen stark vernachlässigten Naturwissenschaften, mit Ausnahme der Mathematik, wo er nur unterdurchschnittliche Leistungen zeigte. Einmal notierte er am Rande seines Heftes: „Lebendiges! Was nützt der tote Kram?“ Am intensivsten widmete er sich der Geschichte, vor allem der Geschichte der Französischen Revolution, die später Eingang in sein Werk Dantons Tod fand. Ende September 1830 hielt er anlässlich einer Schulfeier die "Rede zur Verteidigung des Kato von Utica", eines glühenden Verfechters der römischen Republik. Dieser hatte Selbstmord aus Liebe zur Freiheit begangen, weil die Menschen unter der Herrschaft Cäsars nach Kato nur Sklaven gewesen seien. Zuvor hatte Büchner schon, wahrscheinlich im Winterhalbjahr 1829/30 im Rahmen einer Rhetorikübung im Deutschunterricht, einen Aufsatz über den "Helden-Tod der vierhundert Pforzheimer" verfasst.