GEGENDRUCK
GEGENDRUCKvon PETER WEISS
1995 - Premiere
Das Stück wurde anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus vom Theater Gegendruck inszeniert. Gegenstand des Stückes ist das Vernichtungslager Auschwitz, in dem während der Zeit des Faschismus Millionen von Menschen ermordet wurden. Anhand von Protokollen des Frankfurter Auschwitz-Prozesses rekonstruiert Peter Weiss in beklemmenden Szenen die Wirklichkeit des Lagers. Er hält die Anklagen der Opfer fest und stellt sie den Rechtfertigungen der Täter gegenüber. Er erninnert an die Planer und Profiteure des faschistischen Massenmords, die als "ehrenwerte Bürger" im Frankfurter Prozess als Zeugen auftraten.
2005 - Szenische Lesung anlässlich des 60. Jahrestags des Kriegsendes
Im August 1965 wurden die Urteile im Frankfurter Auschwitz-Prozess gesprochen. Der Autor Peter Weiss (1916-1982), durch die Flucht aus Deutschland den Gaskammern von Auschwitz entkommen, beschreibt in seinem „szenischen Oratorium“ anhand von Protokollen des Frankfurter Prozesses in beklemmenden Szenen die Wirklichkeit des Lagers. Er hält die Anklagen der Opfer fest und stellt sie den Rechtfertigungen der Täter gegenüber. Und er erinnert an die Planer und Profiteure des Massenmords, die im Prozess als Zeugen auftraten. Mitglieder und Freunde von Theater Gegendruck hatten sich anlässlich des 60. Jahrestags des Kriegsendes zusammengefunden, um mit der einmaligen szenischen Lesung der Ermittlung zu warnen vor einer "Gegenwart, in der die Vergangenheit wieder lebendig wird" (Peter Weiss): Sei es, dass längst nicht nur neofaschistische Organisationen Täter und Opfer auf eine Stufe stellen und die Verbrechen des deutschen Faschismus relativieren; sei es, dass rassistisches und demokratiefeindliches Gedankengut Eingang findet bis in die Mitte der Gesellschaft und in die Politik der bürgerlichen Parteien.
7. Mai 1995 in der Kaue in Gelsenkirchen
Darsteller: Yusuf Demircan, Annekathrin Fabian, Meggie Gsella, Marcus Hicking, Ekkehard Höhl, Konrad Karl-Schilde, Gabi Keil, Andreas Pokropp, Hansi Pokropp, Joachim Renn, Moritz Thorbecke, Peter Trube, Anja Wittek, Siegmar Wyrwich
Regie/Textbearbeitung: Johannes Thorbecke
Regiemitarbeit/Ton: Zita Niedworok
Toncollage: Marcus Hicking
Licht: Wolf Stammnitz
8. Mai 2005 in der VHS Recklinghausen Darsteller: Max
Ammareller, Jürgen Aumüller-Lehmann, Paul Bender, Yusuf Demircan,
Meggie Gsella, Ekkehard Höhl, Tom Jost, Konrad Karl-Schilde, Ruthild
Marreck, Matthias Schilling, Wolfgang Schröder, Peter Trube, Anja Wittek Regie: Johannes Thorbecke In Zusammenarbeit mit der VHS Recklinghausen.
war ein deutscher Schriftsteller, Maler, Grafiker und Experimentalfilmer. Geboren am 8. November 1916 in Nowawes bei Potsdam, gestorben am 10. Mai 1982 in Stockholm.
Peter Weiss erwarb sich in der deutschen Nachkriegsliteratur gleichermaßen als Vertreter einer avantgardistischen, minutiösen Beschreibungsliteratur, als Verfasser autobiografischer Prosa wie auch als politisch engagierter Dramatiker einen Namen. Internationalen Erfolg erzielte er mit dem Stück Marat/Sade, das mit dem US-Theater- und Musicalpreis „Tony Award“ ausgezeichnet wurde. Das dem dokumentarischen Theater zugerechnete „Auschwitz-Oratorium“ Die Ermittlung führte Mitte der sechziger Jahre zu breiten vergangenheitspolitischen Auseinandersetzungen.