THEATER GEGENDRUCK

Der Horatier

von HEINER MÜLLER

Zwischen den Bruderstädten Rom und Alba droht Bürgerkrieg: Wer soll das gemeinsame Heer gegen die Etrusker führen? Beschlossen wird ein Stellvertreter-Kampf: Mann gegen Mann, Horatier gegen Kuriatier.

Der siegreiche Horatier wird kurze Zeit später zum Mörder seiner Schwester, die den toten Kuriatier betrauert. Rom hat nun zwei Männer in einem: einen Helden und einen Mörder.

Wie damit umgehen? Was ist Verdienst, was ist Verbrechen?

Die Fragen, die Heiner Müller in seinem spannenden Stück aufwirft, führen mitten hinein in die Widersprüche aktueller Politik.

 

Premiere

21. März 2009
im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen / Hinterbühne

Darsteller: Jürgen Aumüller-Lehmann, Nils Beckmann, Yusuf Demircan, Ruthild Marreck, Marcel Reidock, Alina Stöteknuel, Malte Wilms, Anna Zygiel, Halina Zygiel,

Regie: Johannes Thorbecke
Mitarbeit: Niklas Helsper, Christiane Holtschulte, Oliver Thomas
Bühne/Kostüme: Regine Wilms-Thorbecke

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturarbeit der Stadt Recklinghausen.

Eindrücke

Weitere Fotos finden sie in der Galerie.

 
Fotos: Norbert Kriener

Heiner Müller

gilt als wichtigster deutschsprachige Dramatiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Geboren am 9. Januar 1929 in Eppendorf, Sachsen und gestorben am 30. Dezember 1995 in Berlin.

Die Rezeption Heiner Müllers ist geprägt von (politischen) Grenzen und durch Brüche gekennzeichnet. Bedingt durch Publikations- und Aufführungsverbote in der DDR wurden viele Texte Müllers zuerst in der Bundesrepublik rezipiert. Seine Sicht auf die Dinge war im eigenen Land unerwünscht, seine Stücke tauchten im Schnitt erst fünfzehn Jahre nach ihrer Entstehung auf den Bühnen der DDR auf. Während in der Bundesrepublik die bis heute beste, weil am genauesten Müllers Textverständnis entsprechende elfbändige Edition (Rotbuchverlag, 1974–1989) entstand, blieben viele Texte einem breiteren Publikum in der DDR bis zu ihrem Zusammenbruch verschlossen. Aufgrund der Affäre um Müllers/Tragelehns Umsiedlerin im Jahr des Mauerbaus 1961 kam es zur systematischen Ausgrenzung Heiner Müllers aus dem literarischen Leben der DDR. Mit dem Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR war Müller stigmatisiert und den staatlichen Zensurbehörden fortan suspekt.

Erst ab Mitte der siebziger Jahre erschienen mit großer Verspätung ausgewählte Stücke Müllers. Die späte Rehabilitierung – die Verleihung des Nationalpreises Erster Klasse der DDR durch Erich Honecker 1986 – sah Müller selbst als Zeichen nahenden Untergangs des Staates, in dem zu leben ihm so wichtig, weil für sein Schreiben Bedingung war: „Die DDR ist mir wichtig, weil alle Trennlinien der Welt durch dieses Land gehen. Das ist der wirkliche Zustand der Welt, und der wird ganz konkret in der Berliner Mauer.“ Eine Kompilation mit Stücken, die erstmals auch diejenigen Dramen enthielt, die Müllers internationalen Ruhm begründet hatten, erschien in der DDR erst 1988

(aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_Müller)

 

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